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S wie Sterben - Wenn ein Meerschweinchen stirbt. Drucken
„Es lag morgens einfach auf der Seite und hat nicht mehr geatmet!“ Leider viel zu oft haben wir bereits diesen Satz von fassungslosen Meerschweinchenhaltern zu hören bekommen. Und auch wir selbst standen schon das ein um das andere Mal vor unserem Gehege und konnten nicht glauben, dass eines unserer Meerschweinchen nicht mehr lebt.
Die Ursachen für den Tod eines Meerschweinchens sind vielfältig und können grob als Folge einer Krankheit (auch Erbkrankheit) oder aber auf Grund des Alters zusammengefasst werden. Wir möchten Ihnen aus verschiedenen Blickwinkeln das Ableben eines Meerschweinchens schildern und hoffen, dass Ihnen in der Zeit des Abschieds und danach damit geholfen ist.
Das sterbende Meerschweinchen
Wie ein Meerschweinchen stirbt und ob und was es dabei fühlt, werden wir Menschen wohl nie erfahren. Allerdings ist bekannt, dass Meerschweinchen, welche auf Grund des Alters sterben, ruhig und friedlich einschlafen. Erste Anzeichen dafür sind, dass Ihr Meerschweinchen vermehrt Ruhe- und Schlafpausen hält, sich dadurch weniger bewegt und weniger frisst. Erleichtern Sie ihrem Liebling das Leben indem Sie ihm viel Ruhe gönnen, vermeiden Sie Stress und Lärm, richten Sie sein Heim so ein, dass das Meerschweinchen leicht an Futternapf und Tränke herankommen kann.
Bei kranken Meerschweinchen, egal welches Alter, tritt der Tod meist mit Schmerzen ein. In solchen Momenten empfindet man als Halter das Gefühl der Hilflosigkeit. Man möchte helfen und auf der anderen Seite die Leiden nicht noch verschlimmern. Leidet Ihr Meerschweinchen unter starken Schmerzen, dann scheuen Sie sich nicht und gehen Sie mit ihm zum Tierarzt. Die Euthanasie befreit Ihr Meerschweinchen von den Schmerzen und ist die ethisch vertretbarste Methode in solchen Fällen.
Euthanasie
Wenn ein Meerschweinchen so krank ist, dass keine Heilung mehr möglich ist oder es gar leidet, sollten Sie gemeinsam mit dem Tierarzt entscheiden, ob Ihr kleiner Liebling nicht „erlöst“ werden sollte. Natürlich ist eine solche Entscheidung nur schwer zu treffen, aber denken Sie daran, wie viel Freude Ihnen das Tier gemacht hat und dass es schon deshalb so friedlich wie möglich sterben dürfen sollte. Kein Tier hat es verdient zu leiden oder gar qualvoll zu sterben!
Das Einschläfern ist heute durch die stufenweise erhöhte Narkose für das Tier völlig schmerzlos. Ihr kleiner Liebling merkt nichts davon. Hat Ihr Meerschweinchen eine unheilbare, schmerzhafte Krankheit, beraten Sie sich mit ihrem Tierarzt, ob eine Einschläferung ratsam ist.
Definition
Als Euthanasie (Einschläferung) bezeichnet man die schmerzlose Tötung von Tieren. Diese Handlung wird von einem Tierarzt vorgenommen und erfolgt normalerweise durch die Injektion einer tödlichen Dosis eines Narkotikums, wie es in speziell dafür zugelassenen Tötungsmitteln enthalten ist.
Rechtliche Aspekte der Euthanasie
Laut Tierschutzgesetz ist das Einschläfern von Tieren ohne zwingende Notwendigkeit nicht gestattet. Eine zwingende Notwendigkeit ist nur dann gegeben, wenn das Tier nicht ohne schwerwiegende Beeinträchtigung seiner artspezifischen Verhaltensweisen weiterexistieren kann. Häufigster Grund für eine Euthanasie ist folglich eine nicht behebbare gesundheitliche Störung des Tieres. Ein Einschläfern aus Gründen mangelnder Fürsorgebereitschaft des Besitzers ist nicht gestattet und strafbar.
§ 4 des Tierschutzgesetzes sagt aus, dass „ein Wirbeltier […] nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden [darf]. […] Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.“
Wie sage ich es meinem Kind?
Kinder nehmen den Tod eines Heimtieres in der Regel anders wahr als Erwachsene. Sie haben ihre Gefühle noch nicht so unter Kontrolle, was durchaus kein Nachteil ist. Besonders ein Kind will oft nicht einsehen, dass es von seinem kleinen Liebling Abschied nehmen muss. Es ist gut, wenn mit dem Kind schon vorher das Thema Tod besprochen wird, damit es vorbereitet ist und der Tod nicht ganz so schmerzlich wird.
Natürlich reagiert jedes Kind anders, wenn es mit seinem verstorbenen Meerschweinchen konfrontiert wird. Ihr Kind verliert nicht nur ein Haustier, welches es gefüttert hat, sondern meist einen treuen Freund. Ihr Kind braucht in dieser Zeit Ihre Hilfe, um den Verlust leichter ertragen zu können. Dabei hilft eine kleine Geschichte über die Regenbogenbrücke. An dieser Stelle möchten wir genau diese Geschichte zur Regenbogenbrücke eines unbekannten Autors einfügen.
Die Regenbogenbrücke
Eine Brücke verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie “Brücke des Regenbogens”. Auf dieser Seite des Regenbogens liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünen Gras. Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem schönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen, zu trinken und es ist warm - es ist schönes Frühlingswetter. Die alten und kranken Tiere sind hier wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Es gibt nur eins, was sie vermissen: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf Erden so geliebt haben. So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines innehält und aufsieht: die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß! Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt förmlich über die grüne Wiese. Die Pfoten tragen es schneller und immer schneller. Es hat Dich gesehen! Und wenn Du und Dein spezieller Freund einander treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest. Dein Gesicht wird wieder und wieder geküsst und Du schaust in die Augen Deines geliebten Tieres, das solange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen. Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, um nie wieder getrennt zu sein.
Umgang mit der Trauer
Die meisten Menschen haben eine enge Bindung zu ihrem Heimtier und empfinden seinen Tod als schmerzlich. Daher muss man die Gefühle eines trauernden Menschen ernst nehmen und ihm bei der Bewältigung seines Schmerzes helfen. Gönnen Sie sich (wenn möglich) die Zeit des Abschiedes und später die Zeit der Trauer. Auch Tränen, ein schmerzliches Vermissen mit trüben Gedanken, gehören zum Trauerprozess. Jedes Tier ist ein Individuum und etwas ganz besonderes, so ist es normal darum zu trauern.
Begraben des Meerschweinchens
Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Tier zu begraben. Eine Möglichkeit wäre, dass Meerschweinchen bei Ihrem Tierarzt abzugeben. Hier kann das Meerschweinchen entweder durch den Tierarzt zur nahe gelegenen Tierkörperverbrennungsanlage gebracht werden.
Des Weiteren gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt Tierbestattungsunternehmen. Hier kann entweder das Meerschweinchen beerdigt werden oder aber ebenfalls verbrannt und dann in einer Urne an Sie zurückgegeben oder aber die Asche auf einer Wiese verstreut werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrem Tierschutzverein oder Tierarzt in Ihrer Nähe.
Die wahrscheinlich „würdigste“ und auch für Sie als Halter beste Möglichkeit besteht darin, dass verstorbene Meerschweinchen in Ihrem Garten bzw. auf Ihrem Grundstück zu beerdigen.
Dazu sollten Sie aber prüfen, ob Sie sich an das Tierkörperbeseitigungsgesetz halten können. In diesem werden folgende Vorgaben gemacht:
Es darf nicht an einer meldepflichtigen Krankheit verstorben sein.
Der Garten darf nicht im Wasserschutzgebiet liegen.
Zu öffentlichen Wegen und Plätzen muss mindestens 1 Meter Abstand gehalten werden.
Es sollte in leicht verrottbares Material wie Zeitung oder Wolldecke gewickelt werden.
Mindestens 50cm tief vergraben.
Das Begraben im eigenen Garten unter einem Strauch, Baum oder auf der Wiese erleichtert das Abschiednehmen, da das Meerschweinchen am Grab regelmäßig besucht werden kann und somit die Trauer besser verarbeitet wird. Fertigen Sie für das Tier einen kleinen „Sarg“, beispielsweise aus einem Schuhkarton, an. Betten Sie Ihren kleinen Liebling hinein und schmücken Sie sein „Bett für die Ewigkeit“ eventuell mit einigen Blättern und Blüten oder aber mit seinem Lieblingsfressen.
Das "übrig gebliebene" Meerschweinchen
Halten Sie ein Pärchen und ein Meerschweinchen stirbt, so kann es vorkommen, dass das übrig gebliebene Meerschweinchen den Verlust oft apathisch und träge reagiert. Dazu kommt häufig auch noch, dass das Meerschweinchen nicht mehr fressen mag.
Auch wenn es schwer fällt: Ihr Meerschweinchen braucht schnellstmöglich einen neuen Partner. Meerschweinchen sind Rudeltiere und brauchen einen Partner, um rund um glücklich und gesund zu sein. Schon oft haben wir hören müssen, dass ein einsames Meerschweinchen nach dem Tod des Partners ebenfalls verstorben ist.
Gedicht
Es gibt immer wieder wunderschöne Gedichte und Sprüche, die uns von Haltern zugesandt wurden, wenn eines Ihrer Meerschweinchen verstorben ist. Doch kein anderes Gedicht beschreibt so genau die Gefühle, die das Ableben eines Meerschweinchens bei uns hinterlässt, wie das folgende (Autor unbekannt):
Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein,
war Teil von unserm Leben –
drum wird das eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen.
Aktualisierung
Zuletzt aktualisiert am:
14.04.2010