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A wie Ausgesetzt - Schweinerei zu Weihnachten 2008 Drucken
Leider gab es auch nach Weihnachten 2008 wieder erschreckend viele Abgaben von Kleintieren in Tierheimen oder schlimmer, es wurde sich einfach der Kleintiere auf unschöne Weise entledigt. Hier möchten wir Ihnen nahe bringen, welch schreckliches Schicksal eine Meerschweinchenfamilie und viele Kaninchen erfahren mussten.
Ein Geschenk zu Weihnachten
Viele Kleintiere werden gekauft, um den Kindern zum Nikolaus oder zu Weihnachten eine besondere Freude zu machen. Sehr oft werden sich keine oder wenig Gedanken darüber gemacht, welche Anforderungen an eine artgerechte Haltung gestellt werden. Gerade die Fragen nach ausreichend Platz, gesunder Ernährung und Pflege müssen im Vorfeld geklärt werden. Dazu gehören aber auch Themen wie Urlaubsbetreuung und Tierarztkosten. Oder es wird sich in Zoogeschäften erkundigt und erhält als neuer Halt oft falsche oder unzureichende Informationen.
Eine Weihnachtsgeschichte von vielen!
So erlebte am 22.12.2008 ein Mitarbeiter einer Kleidersammlung ein erschreckendes Beispiel dafür, wie wenig Tierliebe und Verantwortungsbewusstsein es bei manchen Menschen noch gibt. Nichts ahnend wollte er wie gewohnt den Altkleidercontainer in Speyer leeren. Nur diesmal rannte ihm sofort ein kleines Tier entgegen. Im ersten Moment noch an Ratten gedacht, merkte er schnell, dass es sich hier um ein gewissenlos entledigtes Meerschweinchen handelte. Leider konnte er das weglaufende Meerschweinchen nicht mehr fangen und musste es bei den zu dieser Zeit eisigen Witterungsumständen sich selbst überlassen. Glücklicherweise merkte er aber auch schnell, dass es weitere Weihnachtsüberraschungen für ihn gab. Eine Meerschweinchenmama und zwei ihrer Babys konnte er noch helfen und ins Warme bringen. Einem weiteren Meerschweinchenbaby konnte, auf Grund von Hunger und Kälte, nicht mehr geholfen werden. Es war bereits tot. Die kleine Meerschweinchendame war schon wieder trächtig, was vermuten lässt, dass das weggelaufene Meerschweinchen wohl der Papa zu der kleinen Familie war. Die Meerschweinchendame und ihre zwei Babys sowie ein weiteres, welches sie noch zur Welt brachte, haben glücklicherweise ein schönes Zuhause gefunden.
Tierheime – Wegen Überfüllung Aufnahmestopp!
Auch unsere Tierheime haben massig Kleintiere, die als Weihnachtsüberraschung angeschafft und schnell wieder entledigt wurden, weil es wohl doch einfach nicht das richtige Geschenk war. Leider finden nur wenige Menschen den Weg ins Tierheim, um sich ehrlich einzugestehen, dass sie sich nicht genügend informiert haben oder einfach überfordert waren. Die meisten Tiere werden einfach vor dem Tierheim ausgesetzt oder im nächsten Wald. Wohl in der Hoffnung, dass sie schon irgendjemand finden wird oder ein Hauskaninchen sich schon zurechtfinden wird. Dem ist jedoch nicht so! Unsere Kaninchen und Meerschweinchen würden ohne Futtergeber elendig verhungern. Und die, die nicht verhungern, sterben an der eisigen Kälte oder einem Schnupfen. Denn Kleintiere kann man nicht einfach ins Kühle setzen ohne sie dran zu gewöhnen, was übrigens mehrere Monate dauert. Wie Sie sich vorstellen können, führt die Schwämme von ausgesetzten Tieren, dazu zählen auch Hunde und Katzen, die an Straßenrändern und Autobahnraststätten ausgesetzt werden, zu überfüllten Tierheimen. Vorhandene Pflegeplätze werden doppelt belegt. Der Platz wird für die Tierheimbewohner weniger, der Pflegeaufwand für unterkühlte und dadurch erkrankte Tiere größer. Tierarztkosten steigen und somit auch die Ausgaben der Tierheime, die nur durch Spenden aufgefangen werden können. Gleichzeitig sinkt aber stetig die Spendenbereitschaft. Außerdem führt dies über kurz oder lang zu einem Aufnahmestopp, was wiederum zu weiteren ausgesetzten Tieren führt. Ein ewiger Kreislauf.
Schöne Weihnachten für Mensch und Tier!
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen wünschen wir uns eigentlich nicht viel. Wir wünschen uns für die Zukunft einfach nur, dass Sie sich anstatt junger Tiere vielleicht auch einmal ältere Tiere anschaffen. Wir wünschen uns, dass Sie sich vorher belesen bzw. bei Tierschutzorganisationen darüber informieren, wie diese Tiere artgerecht gehalten und versorgt werden. Wir wünschen uns, dass Sie den Schritt ins nahe gelegene Tierheim oder einer Notstation oder einem Tierschutzverein finden, denn dort warten viele Tiere auf ein schönes neues Zuhause! Und wir wünschen uns, dass, falls sich Ihre Lebensumstände doch einmal ändern, Sie Ihrem kleinen Liebling so fair gegenüber sind und ihm über Internetportale, dem Haustieranzeiger oder Aushänge ein neues Zuhause suchen oder Sie es in einer Tierschutzorganisation oder einem Tierheim in ihrer Nähe abgeben. So haben Sie und Ihr/e Tier/e ein schönes Weihnachtsfest.
Wussten Sie eigentlich, …?
- … dass jedes gefundene Tier bei der Polizei gemeldet werden muss? Und wenn man dieses nicht tut, des Diebstahls bezichtigt und angeklagt werden kann?! Die Polizei stellt wiederum eine Anzeige gegen Unbekannt?!
- … dass es wissenschaftlich bewiesen wurde, dass Menschen, die Tieren Leid zufügen, auch keine Hemmungen davor haben, dies bei Menschen zu tun?!
- … dass mehr als eine halbe Million Haustiere jedes Jahr in Deutschland ausgesetzt werden? Meist kurz vor der Ferienzeit.
- … dass ein Tier auszusetzen gegen das Tierschutzgesetz verstößt und mit bis zu 25.000 Euro Strafe geahndet werden kann?
Aktualisierung
Zuletzt aktualisiert am:
12.04.2010